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  Das kleine Bergbaumuseum - Geschichte

Was wäre Hagen ohne den Bergbau

Oder umgekehrt gefragt, welche Bedeutung hatte der Bergbau für Hagen?

Vielleicht spielte schon bei der Gründung der Freiheit Hagen 1296 das Wissen um die in und um Hagen gelagerten Erzvorkommen eine Rolle. Erze, besonders Kupfererze waren von den Regierenden sehr begehrt, wurden sie unter anderem doch zur Prägung von Münzen benötigt.

Belege über den Bergbau in Hagen liegen jedoch erst aus dem 16. Jh. vor. Um 1560 wird beschrieben, wie Kupfererze aus dem Justenberg zu Prägeeinrichtungen nach Arnsberg und Werl gebracht wurden.

Die erste Hälfte des 17. Jh. Ist geprägt von den Wirren des 30 jährigen Krieges. Der Bergbau kommt in Folge des Krieges nahezu zum erliegen.
Erst aus dem Jahr 1664/65 lassen sich wieder größere Bergbaumaßnahmen nachweisen. In diesen Jahren waren vier, von der kurfürstlichen Regierung beauftragten Bergleute, damit beschäftigt den Stollen im Justenberg weiter zu treiben. Drei Jahre später liegt die Arbeit im Justenberg vorübergehend still.

Kleine Chronologie
1296 Gründung der Freiheit Hagen Die Verleihung der Freiheitsrechte sind auch in Verbindung mit den Kupfervorkommen in der Region um Hagen zu sehen.
1560 Um diese Zeit begann der Abbau und die Verhüttung von Kupfererzen aus dem Justenberg zwecks Prägung von Kupfer- münzen in den Prägeeinrichtungen in Arnsberg und Werl.
1650 Als Folge des 30.Jährigen Krieges kommt der Bergbau nahezu zum Erliegen.
1664/65 Vier Bergleute arbeiten mit Hilfe von Sprengstoff in dem Kurfürstlichen Kupferbergwerk im Justenberg.
1668 Die Grabungsarbeiten im Justenberg scheinen nicht besonders ergiebig bzw. zu teuer gewesen zu sein. Jedenfalls wurde 1668 nicht in der Grube gearbeitet.
1669 wird die Kupfererzgrube Kolk auf dem Röhrsiepen genannt.
18 Jh. Der Bergbau wird zu einem Wirtschaftsfaktor in Hagen Die Bergleute suchten auf eigene Faust Eisenerze, muteten die Gruben, förderten und verkauften das Erz. Hagener Bergleute transportieren z.B. Eisenstein aus Hagen zur Linneper Hütte. Hier wird aus dem Eisenstein Roheisen hergestellt, das anschließend an den Amecker Hammer geliefert wird.
19 Jh. Eine Vielzahl von Gruben wird in Hagen betrieben.
1903 Werden die letzten Arbeiten in einer Hagener Grube eingestellt


Im Verlauf des 18. Jh. Werden vorhandene Stollen erweitert, neue Gruben werden gemutet.
Einen Höhepunkt erreicht der Bergbau in Hagen im 19 Jh. mit 30 namentlich bekannten Gruben, in denen Kupfererz, Eisenerz, Manganerz, Blei und Schwefelkies gefördert wurde.
Obschon diese 30 Gruben nicht alle gleichzeitig betrieben wurden, war doch über hundert Jahre hinweg ein Großteil der Hagener Bevölkerung in den Bergbau eingebunden.

Im Jahr 1824 z. B. wurden nachweislich 6 Gruben betrieben. In der Regel waren in den hiesigen Gruben 3 bis 4 Bergmänner tätig. Dies bedeutet umgerechnet auf die damals bestehenden Häuser, daß in jedem 3. Haus ein Erwerbstätiger im Bergbau arbeitete.
Hierzu kam die Zahl jener Männer, die das erzhaltige Gestein zu der Louisenhütte nach Amecke transportierten. Im Jahr 1829 werden 31 Hagener Männer genannt, die Fuhrdienste zur Louisenhütte geleistet haben.
Weiter wird in den Bergbauakten berichtet, daß die Werkzeuge der Bergleute, Bohrer, Meißel, Hammer und Schlegel von einem Hagener Schmied repariert und neu gemacht wurden. Wobei davon auszugehen ist, daß alle 3-4 Männer, die in den Hagener Schmieden arbeiteten, in diese Arbeiten einbezogen wurden, Zudem lebten die Zimmerleute im Ort, die das Grubenholz zuschnitten, ebenso vom Bergbau, wie die Stellmacher. Diese hatten viel damit zu tun, jene Fuhrwerke zu reparieren, die bei den Erztransporten auf den schlechten Straßen zu schaden kamen.

Interessant ist auch die hohe Dichte von Schustern in Bergbauorten wie Hagen. Die Vermutung liegt nahe, daß bei den Arbeiten im Stollen die Schuhe schnell verschlissen und aus diesem Grunde häufig reparaturanfällig waren.

Die Summe der Hagener, die der oben beschriebenen Situation entsprechend im Bergbau eingebunden war entspricht etwa der Anzahl der Hagener Häuser zu jener Zeit. So kann gesagt werden, daß neben dem Ackerbau, der nach wie vor von fast jeder Hagener Familie betrieben wurde, der Bergbau die Hauptverdienstquelle im Ort war.

Hagen über dreihundert Jahre hinweg ein Bergbauort. Solch eine Vergangenheit prägt einen Ort und seine Bewohner. Solch eine Vergangenheit verlangt nach einem Museum, in dem dieser Teil der Dorfgeschichte dargestellt wird.

 

 

     
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